Die Bedeutung von Vitamin B12 in den Wechseljahren

4. Februar 2019
9 Min.

Hitzewallungen, Blutungsstörungen und Stimmungsschwankungen – dies können für Frauen zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr Anzeichen für die sogenannten Wechseljahre sein.1 In dieser Zeit geraten einige Dinge im Körper durcheinander: allem voran die Hormone, aber auch der Nährstoffhaushalt. Häufig entsteht in den Wechseljahren ein Mangel an Vitamin B12 (Cobalamin). Erfahren Sie, warum gerade dieser Stoff in der Lebensphase besonders wichtig ist und wie Sie eine ausreichende Versorgung damit sicherstellen.

Eine Frau in den Wechseljahren macht sich Gedanken, ob sie genügend Vitamin B12 zu sich nimmt.

Wie hängen Vitamin B12 und die Wechseljahre zusammen?

Um die Bedeutung von Vitamin B12 in den Wechseljahren besser nachvollziehen zu können, ist es sinnvoll, zunächst einmal zu klären, was zu der Zeit im weiblichen Körper geschieht. Die Wandeljahre werden in der medizinischen Fachsprache auch Klimakterium genannt. In dieser Lebensphase der Frau findet eine natürliche Hormonumstellung statt und die fruchtbare Zeit endet. Dies ist ein normaler Vorgang, den jede Frau früher oder später erlebt. Das Klimakterium kann einige Monate bis hin zu mehreren Jahren dauern und beginnt meist im Alter zwischen Mitte vierzig und Mitte fünfzig.2

Die wichtigsten Begriffe rund um die Wechseljahre

  • Klimakterium: Fachbegriff für Wechseljahre
  • Menopause: Zeitpunkt der letzten Monatsblutung, wird nach einem Jahr rückblickend bestimmt
  • Klimakterium präcox: vorzeitige Menopause, vor dem 40. Lebensjahr
  • Prämenopause: Zeitraum vor der Menopause
  • Perimenopause: einige Jahre um die Menopause herum
  • Postmenopause: Zeit nach der Menopause2

    Das Erleben und Empfinden der Wechseljahre ist ähnlich wie in der Pubertät sehr individuell. Es gibt Frauen, die diesen Zeitraum ohne wahrnehmbare Begleiterscheinungen durchlaufen, und andere, die sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen.

    Zu den gängigsten Anzeichen und Leiden gehören:

    • Hitzewallungen
    • Blutungsstörungen
    • Blasenschwäche
    • Schlafstörungen
    • Kopfschmerzen
    • Herzklopfen
    • Schwindelgefühle
    • Stimmungsschwankungen
    • Veränderungen im Genitalbereich, zum Beispiel Scheidentrockenheit, der Sexualität oder der Figur und des Gewichts

    Was viele Frauen nicht wissen: Hinter manchen vermeintlichen Problemen der Wechseljahre versteckt sich vielleicht auch ein Vitamin B12-Mangel, denn mit zunehmendem Alter steigt beispielsweise aufgrund der körperlichen Veränderungen die Wahrscheinlichkeit, einen solchen zu entwickeln. Außerdem nimmt das für die aktive Aufnahme benötigte Transportprotein Intrinsic Factor immer mehr ab. Die Konsequenz ist, dass eine große Menge B12 unverwertet wieder ausgeschieden wird.

    Vitamin B12-Mangel in den Wechseljahren

    Frauen in den Wechseljahren können sehr leicht einen Vitamin B12-Mangel erleiden und gehören damit zur Risikogruppe. Dabei ist das Vitamin lebenswichtig und an verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt. B12 wird für die Zellteilung und Blutbildung, den Energie- und Lipidstoffwechsel, für die Bildung von Hormonen (wie zum Beispiel für Dopamin und Serotonin) und Neurotransmittern (Botenstoffe, die Erregung im Nervensystem weiterleiten) sowie zur Entgiftung gebraucht.

    Der Mensch muss das lebensnotwenige Vitamin B12 über die Nahrung aufnehmen, denn er kann es selbst nicht herstellen. Der Stoff ist in erster Linie in Produkten tierischen Urspungs enthalten, wie Fleisch, Fisch, Eiern, Milch und Milchprodukten. Normalerweise lässt sich über eine ausgewogene Ernährung die empfohlene Tagesdosis gut decken. Diese liegt für Erwachsene bei 3,0 Mikrogramm Vitamin B12.3

    Wenn sich dennoch ein Mangel an Cobalamin entwickelt, hat das verschiedene Gründe:

    • eine falsche, einseitige und unzureichende Ernährung,
    • Beeinträchtigungen des Magen- und Darmtraktes wie eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung),
    • eine höhere Stressbelastung sowie
    • die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Säureblockern.

    Ist der Körper gezwungen, über einen längeren Zeitraum an die eigenen B12-Reserven zu gehen, zeigen sich die ersten Mangelerscheinungen, zum Beispiel blasse Haut und Gedächtnisprobleme.

    Woran erkenne ich einen Vitamin B12-Mangel in den Wechseljahren?

    Ein Vitamin B12-Mangel, wie er in den Wechseljahren entstehen kann, verläuft in zwei Stadien, in welchen sich auch die Anzeichen des Defizits unterscheiden. Wird der Körperspeicher zunehmend geleert, kommt es zunächst zu folgenden leichteren Symptomen:

    • chronische Müdigkeit
    • Erschöpfung
    • Vergesslichkeit
    • innere Unruhe
    • Stimmungsschwankungen
    • Konzentrationsstörungen
    • Blässe
    • Schwindel

    Bei einem fortgeschrittenen Mangel beziehungsweise einem ausgeschöpften Vitamin B12-Speicher leiden Betroffene meist vermehrt an diesen Beschwerden:

    • Depressionen
    • Demenz
    • taube Gliedmaßen
    • Blutarmut (Anämie)
    • Nervenschmerzen
    • Lähmungen
    • Koordinationsstörungen

    Ein Vitamin B12-Mangel in den Wechseljahren muss nicht sein und lässt sich meist leicht vermeiden. Seien Sie sich bewusst, in welchen Lebensmitteln Vitamin B12 enthalten ist. Gestalten Sie dementsprechend Ihren Speiseplan und nutzen Sie auch das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln aus der Apotheke. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie Ihren B12-Bedarf wirklich decken, lassen Sie am besten Ihre Werte von Ihrem Arzt überprüfen.

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    Tipps für ein gesteigertes Wohlbefinden in den Wechseljahren

    Frauen in den Wechseljahren bietet die ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 einige Vorteile: Das Vitamin sorgt zum einen für starke Nerven, indem es an der Bildung einer Schutzhülle um diese beteiligt ist. Zum anderen steigert es die Konzentrationsfähigkeit. Denn B12 wird für die Herstellung des Hormons Dopamin gebraucht, welches die Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit fördert. Außerdem kann das B-Vitamin zur Bildung des „Glückshormons“ Serotonin beitragen. Dieses hebt die Stimmungslage, führt zu einer optimistischeren Lebenseinstellung und damit zu mehr Lebensfreude.

    Die Wechseljahre können einige Herausforderungen mit sich bringen und so wollen wir noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die diese Zeit erleichtern sollen. Allem voran bringt es in der derzeitigen Situation viel Erleichterung, diese mit all ihren Begleiterscheinungen zu akzeptieren und als vollkommen normalen Vorgang wahrzunehmen. Jede Frau wird irgendwann einmal durch diese Zeit gehen und so brauchen Sie sich wirklich nicht zu schämen. Wenn Sie sich selbst unter Druck setzen, verstärkt dies zuweilen die Beschwerden. Ein Beispiel sind hier Hitzewallungen, welche sich durch Stress steigern können. Sie dürfen sich entspannen – gerne nicht nur mental. Ihrem Körper wird etwas Erholung auch guttun.

    1. Bei Hitzewallungen bringt das Zwiebelprinzip Abhilfe. Das Tragen von mehreren Schichten oder die Nutzung von zwei Decken statt einer dicken in der Nacht ermöglicht es, je nach Befinden zu variieren. Funktionswäsche bietet zudem den Vorteil, dass sie Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert. Mit einem Fächer lässt sich bei Hitze gut Luft zufächeln. Und als Sofortmaßnahme gegen einen Wärmeschub hat sich das Kühlen des Pulses an den Handgelenken mit kaltem Wasser bewährt.

    2. Bewegung und Sport können wesentlich zu einem besseren Körpergefühl beitragen und haben eine aktivierende Wirkung. Mit speziellen Übungen lässt sich der Beckenboden trainieren. Auf diese Weise lässt sich unwillkürlicher Urinabgang verhindern. Bedingt ist diese Begleiterscheinung der Wechseljahre durch den Rückgang des Hormons Östrogen, wodurch das Gewebe an Elastizität verliert.

    3. Versuchen Sie am Morgen eine Wechseldusche (mit kaltem Wasser beenden). So trainieren Sie den Blutkreislauf. Bei einem schwachen Kreislauf ist der ausreichende Transport von frischem Blut in alle Bereiche des Organismus vermindert.

    4. Auf Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze und Nikotin sollte im Übrigen verzichtet werden. Diese Mittel begünstigen zum Beispiel Hitzewallungen sowie Schlafstörungen und können in manchen Fällen das Thromboserisiko erhöhen.

    5. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, bei Bedarf auch ergänzt durch die Einnahme von Vitamin-Präparaten, sichert die Zufuhr mit wichtigen Nährstoffen.

    Mit diesen Tipps sowie ausreichender Achtsamkeit gegenüber Ihrem Körper und dessen Vitamin B12-Haushalt kommen sie gesund und munter durch die Wechseljahre.

    Carolin Stollberg
    Medizinredakteurin
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