Die Bedeutung von Vitamin B12 in der Schwangerschaft und Stillzeit

3. September 2019
7 Min.

Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, geprägt von Vorfreude und Glück, aber sicher auch genauso vielen Sorgen und Bedenken. Ein Aspekt kann die ausreichende Versorgung mit wichtigen Vitaminen sein – wie Vitamin B12 (Cobalamin). Der lebenswichtige Nährstoff spielt bei der Zellteilung, Blutbildung und einer optimalen Nervenfunktion eine wichtige Rolle. Diese Prozesse sind nicht nur für Sie selbst von großer Bedeutung, sondern auch für Ihr Ungeborenes und dessen gesunde Entwicklung. Erfahren Sie, was Sie tun können, um sich und Ihr Baby in der Schwangerschaft und später in der Stillzeit ausreichend mit Vitamin B12 zu versorgen und damit Ihrem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Einer schwangeren Frau ist die Bedeutung der Vitamin B12-Versorgung in der Schwangerschaft bewusst.

Vitamin B12-Versorgung in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen leben für zwei. Dementsprechend fällt der Bedarf an wichtigen Substanzen im Körper wie Vitamin B12 auch etwas größer aus. Denn Ihr Baby besitzt selbst noch keinen eigenen Nährstoffspeicher und ist so von Ihren Vitaminvorräten abhängig. Des Weiteren ist der Körper einer Schwangeren stärkeren Stoffwechselanforderungen ausgesetzt, die auch einen höheren B12-Bedarf erfordern. Liegt die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Menge an Vitamin B12 bei erwachsenen Frauen bei 4,0 Mikrogramm, rät sie bei Schwangeren schon 4,5 Mikrogramm pro Tag.1

Mit dem Wissen um diesen Mehrbedarf an Vitamin B12 in der Schwangerschaft kann die Zufuhr daraufhin angepasst werden. Neben einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse sollten somit auch unbedingt tierische Produkte auf Ihrem Speiseplan stehen. Dazu zählen Lebensmitteln wie Fisch und Fleisch (zwei- bis dreimal die Woche, Rinderleber enthält zum Beispiel 65,0 Mikrogramm pro 100 Gramm, Rindfleisch 5,0 Mikrogramm, Thunfisch 4,3 Mikrogramm; es ist wichtig, dass schwangere Frauen diese Speisen nur gut gekocht oder gebraten verzehren), gekochte Eier und Milchprodukte (täglich, ein Ei weist 1,9 Mikrogramm pro 100g auf, Camembert 3,1 Mikrogramm).2

Vitamin B12, Schwangerschaft und vegane Ernährung

Schwangere Frauen gehören durch den höheren Bedarf an Vitamin B12 bereits zur Risikogruppe für einen Mangel dieses lebenswichtigen Vitamins. Noch größer ist die Gefahr bei Frauen, die komplett auf Produkte tierischen Ursprungs verzichten, also vegan leben. Bei Ihnen fallen die natürlichen Bezugsquellen an Vitamin B12 – Fisch, Fleisch, Eier und Milch – weg. Besonders im Falle einer Schwangerschaft ist es ratsam, auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. So lässt sich ein Defizit in der Regel gut vermeiden. Die DGE rät Schwangeren und Frauen in der Stillzeit dennoch von einer vollständig veganen Ernährung ab, da eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen nicht gewährleistet ist.

Eine Schwangerschaft ist ein sehr guter Zeitpunkt, um sich mit der eigenen Lebensweise und Ernährung auseinanderzusetzen. Denn Schwangere trägen fortan nicht nur für sich, sondern auch für ein Kind die Verantwortung und sollten daher darum bemüht sein, möglichst gesund zu leben.

Stillzeit: Vitamine über die Muttermilch

Es ist endlich so weit: Ihr Traum vom Kind hat sich erfüllt. Sie sind überglücklich und wollen, dass sich Ihr Baby voll entfalten und entwickeln kann. Daher achten Sie auch weiterhin besonders auf Ihre Ernährung. Denn vieles was Sie trinken und essen, wird in der Stillzeit über die Muttermilch an Ihr Kind weitergegeben, auch wichtige Vitamine.

Als stillende Mutter ist es laut DGE ratsam, 5,5 Mikrogramm B12 am Tag zu sich zu nehmen.1 Nach der Geburt entwickelt sich der Körper, das Gehirn und das Nervensystem Ihres Kindes rasant weiter. Für das Wachstum braucht es dringend B12, jedoch verfügen Babys noch immer über keinen ausreichenden Vitamin B12-Speicher, auf den ihr Organismus zurückgreifen kann, weswegen es in der Stillzeit weiter auf Ihre Vitamin-Zufuhr über die Muttermilch angewiesen ist. Erwachsene speichern B12 vor allem in der Leber, ein geringerer Teil bleibt im Zellplasma. Diese Reserven sind in der Lage, einen zeitlich beschränkten B12-Mangel auszugleichen.

Spätestens jetzt in der Stillzeit, mit dem stark angestiegenen Vitamin B12-Bedarf während der Schwangerschaft, macht es Sinn, ein Vitamin B12-Präparat zur Nahrungsergänzung zu nehmen. Selbstverständlich nur in Absprache mit Ihrem Haus- oder Frauenarzt. Sie können zwischen verschiedenen Darreichungsformen wählen.

Es gibt Präparate als:

  • Tabletten,
  • Lutschpastillen,
  • Kapseln,
  • Spray,
  • Sirup oder
  • Tropfen.

In akuten Fällen wird Ihr behandelnder Arzt das Vitamin B12 intramuskulär, also direkt in den Muskel spritzen, damit sich Ihr Körperspeicher rasch wieder auffüllt.

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Vitamin B12 und Kinderwunsch

Es lohnt sich, als Frau schon frühzeitig mit der ausreichenden Vitamin B12-Versorgung zu beschäftigen und den Vitamin-Speicher gut zu füllen, nicht erst ab einer gesicherten Schwangerschaft, sondern bereits ab dem Zeitpunkt des aufkommenden Kinderwunsches. Denn der Gesundheitszustand Ihres Körpers trägt von Anfang an – auch schon vor der Schwangerschaft – wesentlich zur optimalen Entwicklung des Embryos bei.

Daher ist es sehr zu empfehlen, seine Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu überdenken: fortan auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten, Stress weitestgehend zu vermeiden, Sport zu treiben und seinen Nährstoffhaushalt durch eine ärztlich entnommene Blutprobe kontrollieren zu lassen sowie den Bedarf von B12 zu decken. So gelingt eine gute Mitversorgung Ihres Babys ab dem ersten Moment gelingt. Denn der lebenswichtige Nährstoff spielt unter anderem bei der Zellteilung, Blutbildung und einer optimalen Nervenfunktion eine entscheidende Rolle.

Auch wenn sich Ihr Kinderwunsch gerade erfüllt oder Sie bereits Ihr kleines großes Glück in den Armen halten: Sorgen Sie vor, während und auch unmittelbar nach der Schwangerschaft in der Stillzeit für eine ausreichende Zufuhr mit Vitamin B12. Auf diese Weise schenken Sie Ihrem Baby die größtmögliche Chance, sich voll und gesund entwickeln zu können.

Carolin Stollberg
Medizinredakteurin
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