Der Vitamin B12-Mangel – ein Überblick

1. Oktober 2018
7 Min.

So wichtig das Vitamin B12 für unseren Körper ist, so problematisch kann auch zu wenig davon sein. Doch wie kommt es überhaupt zu einem Vitamin B12-Mangel und an welchen Symptomen erkennt man ihn? Wir geben einen Überblick und verraten, welche gesundheitlichen Folgen bei einer dauerhaften Unterversorgung möglich sind.

Was ist Vitamin B12?

Dabei handelt es sich um einen lebenswichtigen Nährstoff, den der Mensch nicht selbst produzieren kann, sondern über die Nahrung aufnehmen muss. Der Körper benötigt das Vitamin B12 unter anderem zur Zellerneuerung, Blutbildung und für das Nervensystem.

Eine Frau schläft aufgrund eines Vitamin B12-Mangels bei der Arbeit ein.

Wie kommt es zu einem Vitamin B12-Mangel? Die Ursachen

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten für den Körper, dieses wichtige Vitamin aufzunehmen. Ist einer dieser Aufnahmewege gestört, kann es zu einem Vitamin B12-Mangel kommen. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich.

Aktive Aufnahme

Das Vitamin B12 haftet sich im Dünndarm an den Intrinsic Factor (Transportprotein) und wird mit seiner Hilfe zur Darmschleimhaut transportiert.

Krankheit und Alter gelten als potenzielle Ursachen für die Beeinträchtigung der aktiven Aufnahme von B12. Da der Intrinsic Factor von den Zellen der Magenschleimhaut gebildet wird, können Erkrankungen in diesem Bereich – wie zum Beispiel eine Entzündung im Magen – zu einer fehlerhaften aktiven Aufnahme führen. Viele Senioren leiden zudem unter einer Malabsorption, also einer allgemeinen Störung der Aufnahme von Nährstoffen aus dem Speisebrei im Magen-Darm-Trakt.

Passive Aufnahme

Das Vitamin gelangt unabhängig vom Intrinsic Factor über eine sogenannte passive Diffusion in die Zellen.

Eine Störung liegt meist dann vor, wenn zu wenig B12 über die Nahrung zugeführt wird. Da sich das Vitamin hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch oder Milchprodukten befindet, kann es besonders bei Vegetariern oder Veganern zu einem Vitamin B12-Mangel kommen. Aber auch Schwangere oder Stillende sind davon betroffen, weil sie durch die zusätzliche Versorgung des Babys einen erhöhten Bedarf decken müssen – was über die Mahlzeiten entsprechend schwieriger ist.

Vitamin B12-Mangel bei Risikogruppen

Folgende Personengruppen sollten regelmäßig Ihre Werte von einem Arzt kontrollieren lassen:

  • Veganer und Vegetarier
  • Schwangere und Stillende
  • Senioren
  • Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen

Symptome eines Vitaminmangels

Das Problem besteht oftmals darin, einen Vitamin B12-Mangel zu erkennen. Denn, bevor sich die ersten Folgen bemerkbar machen, greift der Körper zunächst auf die Reserven im internen Speicher in der Leber zurück. Schon während der Entleerung – wenn also bereits ein Vitaminmangel besteht – können folgende vermeintlich harmlose Beschwerden auftreten:

  • chronische Müdigkeit
  • Vergesslichkeit
  • innere Unruhe
  • Konzentrationsstörungen
  • Blässe
  • Schwindel

Ist letzten Endes das Depot vollständig aufgebraucht, sind die Folgen mitunter ernster. Deswegen ist es umso wichtiger, frühzeitig eine Behandlung in die Wege zu leiten.

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Vorsicht: Die Folgen eines Vitamin B12-Mangels

Wird ein Vitamin B12-Mangel nicht behandelt, sodass auch der Körperspeicher vollständig erschöpft ist, entwickeln sich die zunächst vermeintlich harmlosen Symptome zu ernsten Erkrankungen. Unter Umständen treten dann diese Folgen auf:

  • Nervenschaden: Er wird häufig durch eine anfängliche Koordinationsschwäche eingeleitet und von Taubheit, Kribbeln oder Lähmungen ergänzt.
  • Perniziöse Anämie (auch Morbus Biermer genannt): Da Vitamin B12 unter anderem an der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt ist, kann der Vitaminmangel zu einer Anämie (Blutarmut) führen. Von Perniziöser Anämie spricht man, wenn die Blutarmut aufgrund von zu wenig Transportproteinen (und somit B12-Mangel) entsteht.
  • Beeinflussung der Psyche: In manchen Fällen führt der Mangel zu einem gestörten Neurotransmitterstoffwechsel (Botenstoffe zur Vermittlung zwischen Nervenzellen) und dadurch zu weitere Problemen wie Depressionen oder Angstzuständen.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, sollten Sie bei den ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen. Denn ein Vitamin B12-Mangel lässt sich in der Regel einfach und effektiv behandeln, sodass der Speicher wieder gefüllt wird.

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Das macht der Arzt – Diagnosemaßnahmen

Wenn Sie den Verdacht haben, an einem Vitamin B12-Mangel zu leiden, dann ist der Arzt Ihr erster Ansprechpartner. Ihm stehen verschiedene Diagnoseverfahren zur Verfügung, mit denen er die Krankheit bestätigen oder aber Ihnen die Sorge nehmen kann. Folgende Ansätze gibt es:

  • Anamnese: Im ersten Schritt führt der Arzt eine ausführliche Patientenbefragung durch. Er möchte damit Näheres zu Ihrer Ernährungsweise oder bestehenden Krankheiten sowie Symptomen wissen.
  • Serum-Test: Meist ist das die nächste Methode, die der Arzt anwendet. Dabei wird der Gesamtgehalt von B12 im Blutserum bestimmt. Der Wert ist allerdings nur wenig aussagekräftig, bei dem Verfahren auch B12-ähnliche Substanzen gemessen werden. Leider ist das aber häufig der einzige Test, den viele Mediziner durchführen.
  • Holo-Transcobalamin-Test (Holo-TC): Diese Maßnahme gilt dagegen als gut geeignet, um den Vitaminmangel zu diagnostizieren. Hiermit wird das tatsächlich verwertbare Vitamin B12 im Blut gemessen, das an das Transportmolekül Transcobalamin (TC) gebunden ist.
  • Methylmalonsäure-Test: Ähnlich aussagekräftig ist die Messung der Methylmalonsäure in Blut oder Urin. Dabei handelt es sich um ein Zwischenprodukt des Vitamin B12-Stoffwechsels. Ein geringer Wert spricht somit für einen Mangel.

Wird ein Vitamin B12-Mangel frühzeitig diagnostiziert, lassen sich die Mangelerscheinungen meist gut beheben und gravierende Folgeerkrankungen vermeiden. Spezielle Präparate füllen den leeren Speicher wieder auf und werden meist auch vorbeugend verwendet, um einen erneuten Vitaminmangel zu vermeiden. Lassen Sie sich dazu ausführlich von einem Arzt Ihres Vertrauens oder einem Apotheker beraten.

Monika Hortig
Medizinredakteurin
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