Vorbeugen oder behandeln: Welche Vitamin B12-Medikamente gibt es?

12. November 2019
6 Min.

In der Regel lässt sich der tägliche Bedarf an Vitamin B12 über die Ernährung decken – in einigen Fällen muss aber nachgeholfen werden, damit es nicht zu einem Mangel kommt. Erfahren Sie hier, was Sie vorbeugend unternehmen können und welche Medikamente infrage kommen, wenn es bereits zu einem Vitamin B12-Mangel gekommen ist.

Eine Frau trinkt ein Glas Wasser, um somit ein Vitamin B12 Medikament einzunehmen.

Wissenswertes zu Vitamin B12

Vitamin B12 wird auch als Cobalamin bezeichnet und gehört der Gruppe der B-Vitamine an. Das Vitamin übernimmt im Organismus, insbesondere beim Stoffwechsel, wichtige Aufgaben: Unter anderem ist es an der Blutbildung und am Schutz von Nervensträngen beteiligt.

Im Gegensatz beispielsweise zu Vitamin D ist es dem Körper allerdings nicht möglich, den Nährstoff selbst herzustellen. Das heißt: Vitamin B12 muss von außen zugeführt werden. Dabei beläuft sich die empfohlene, tägliche Dosis für Erwachsene auf 4,0 Mikrogramm (µg)1.

Gut zu wissen: Ein Mangel an Vitamin B12 kann sich sowohl durch körperliche als auch geistige Beschwerden bemerkbar machen, beispielsweise:

  • Konzentrations- und Leistungsschwäche
  • Gedächtnisstörungen
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Muskelschwäche

Damit es gar nicht erst zu den Symptomen kommt, sollten Sie Ihren Vitamin B12-Wert regelmäßig von einem Arzt checken lassen. So ist es möglich, auf den Mangel rechtzeitig zu reagieren. Der Arzt wird Ihnen anschließend entsprechende Medikamente verschreiben.

Vitamin B12-Bedarf decken – aber wie?

Zunächst einmal sei gesagt: Der tägliche Bedarf an Vitamin B12 lässt sich in der Regel ganz gut ohne Medikamente decken. Eine wichtige Säule ist dabei die Ernährung, allen voran tierische Produkte wie Fleisch und Fisch, die eine relevante Menge des Vitamins enthalten. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, sollte im Normalfall keine Probleme mit der Bedarfsdeckung haben.
Ganz anders sieht es jedoch bei bestimmten Personengruppen aus, die beispielsweise auf rein pflanzliche Lebensmittel setzen oder einen erhöhten Bedarf aufweisen (zum Beispiel Schwangere und Stillende). Unter Umständen ist es dann nicht mehr möglich, den Körper über die Nahrung ausreichend mit Vitamin B12 zu versorgen – an dieser Stelle kommen Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel. Welches Präparat und welche Dosierung angemessen ist, sollten Sie in Absprache mit einem Arzt klären.

Ebenfalls ärztliche Absprache erfordert es, wenn bereits ein Vitamin B12-Mangel vorliegt. Ist das Depot aufgebraucht, muss es entsprechend aufgefüllt werden; als Therapieform kommen unter anderem Tabletten oder Spritzen, aber auch eine Vitamin B12-Kur infrage.

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Medikamente bei einem leichten Vitamin B12-Mangel

Tritt die Unterversorgung von Vitamin B12 nur leicht in Erscheinung, kommen in erster Linie Medikamente in Form von oralen Präparaten zur Anwendung. Hier können sowohl Lutschtabletten, bei denen die Aufnahme des Nährstoffs teilweise über die Mundschleimhaut erfolgt, als auch Tabletten zum Schlucken – die Aufnahme geschieht über den Dünndarm – angewandt werden.

Auch bei der Dosierung gibt es große Unterschiede. Mittlerweile werden auf dem Markt auch Medikamente angeboten, die eine hohe Menge an Vitamin B12 aufweisen, um effektiv einen Mangel ausgleichen zu können. Nach Absprache mit einem Arzt eignen sich diese häufig ebenso für eine Langzeittherapie.

Den Vitamin B12-Speicher auffüllen – mit einer Kur

Im Gegensatz zur Therapie eines leichten Vitamin B12-Mangels sind bei einer ausgeprägten Unterversorgung schwerere Geschütze aufzufahren. Die stattfindende Kur gliedert sich in der Regel in zwei Phasen:

  • Hochdosierte Aufbautherapie: Ziel einer Vitamin B12-Kur ist es, die Blutwerte in relativ kurzer Zeit möglichst schnell anzuheben. Das Auffüllen des Vitamin B12-Speichers kann über die Gabe von Spritzen oder Tabletten erfolgen – wichtig ist eine ausreichend hohe Dosierung, die der Arzt individuell festlegt.
  • Erhaltungstherapie: Hat sich der Wert stabilisiert, soll dieser auch gehalten werden. Tabletten, Kapseln oder Injektionen sind hier mögliche Therapieansätze. Im Fall von sehr schweren Aufnahmestörungen (beispielsweise bedingt durch Magen-Darm-Erkrankungen oder Leberschäden) kann eine lebenslange Erhaltungstherapie notwendig sein.

Bei der Wahl der Vitamin B12-Darreichungsform sind neben der ärztlichen Empfehlung auch die persönlichen Vorlieben zu beachten. Beispielsweise haben Tabletten im Gegensatz zu Vitamin B12-Spritzen den Vorteil, dass Betroffene sie eigenständig anwenden können – nur eine Tablette täglich reicht aus, um den Nährstoffbedarf zu decken. Ferner steht die Frage im Raum, ob es nicht schonender ist, dem Körper eine tägliche, vergleichsweise geringere Dosis des Nährstoffs zu geben, anstatt ihn mit beträchtlichen Mengen in großen Abständen zu überfluten. Fragen Sie daher Ihren Arzt, er wird Ihnen, abhängig von Ihren Bedürfnissen, die passende Therapie empfehlen.

Ist eine Überdosierung von Vitamin B12 möglich? Eher nicht. Der Körper selbst kann Vitamin B12 nicht herstellen und auch wer viele vitaminhaltige Lebensmittel isst, muss sich in der Regel nicht sorgen: Ein Überschuss des Nährstoffs wird einfach ausgeschieden. Selbst bei Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten gegen einen Vitamin B12-Mangel bleibt eine Überdosierung unwahrscheinlich.

Tanja Albert
Medizinredakteurin
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