Wann treten Symptome eines Vitamin B12-Mangels auf?


Das Vitamin B12 (Cobalamin) ist ein lebenswichtiger Nährstoff, den wir für verschiedene Funktionen im Körper benötigen. Dazu gehören zum Beispiel Blutbildung, Zellteilung, Aufbau der DNA und Schutz der Nervenstränge im Nervensystem.

Normalerweise nehmen wir das Vitamin über die Nahrung auf, denn B12 steckt hauptsächlich in tierischen Produkten wie in Fleisch oder Milcherzeugnissen. Ein Vitamin B12-Mangel und seine Symptome treten dann auf, wenn dem Körper zu wenig B12 zur Verfügung steht. Allgemein gibt es zwei verschiedene Aufnahmewege des Vitamins:

  • Aktiv: Ein bestimmtes Transportprotein, der sogenannte Intrinsic Factor, befördert das Cobalamin im Dünndarm zur Darmschleimhaut, wo die Aufnahme stattfindet.
  • Passiv: Unabhängig vom Intrinsic Factor wird das Vitamin passiv, durch Diffusion, im Darm aufgenommen.
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Beide B12-Aufnahmewege können auf unterschiedliche Weise gestört sein. Bei kranken Personen, die zum Beispiel an einer Entzündung des Magens leiden, ist die Menge des Intrinsic Factors reduziert, da das Transportprotein im Magen gebildet wird. Auch alte Menschen haben oft einen B12-Mangel, der auf eine altersbedingte Reduktion des Transportproteins zurückzuführen ist. Außerdem gelten Vegetarier, vor allem aber Veganer, wegen einer geringen oder gänzlich fehlenden Zufuhr von tierischen Produkten als ebenso gefährdet.

Stadien des Vitaminmangels: Von Müdigkeit bis Gangunsicherheit


Wird dem Körper zu wenig Cobalamin zugeführt, bleibt der Vitamin B12-Mangel mit seinen Symptomen zunächst häufig unbemerkt. Der Grund: Der Körper greift erst noch auf seinen internen Speicher in der Leber zurück. Während dieser Phase, die oft Monate bis Jahre andauern kann, treten Beschwerden auf, die allerdings zunächst meist schwach und nicht immer eindeutig nur auf einen Vitaminmangel zurückzuführen sind. Es ist sogar möglich, dass sich ein Mangel erst nach rund fünf bis zehn Jahren äußert, wenn auch das Depot vollständig geleert ist.1

Vitamin B12-Mangel – verschiedene Stadien

  1. mangelnde Zufuhr: keine Symptome
  2. Speicherentleerung: leichte bis mittelstarke Beschwerden wie chronische Müdigkeit, Erschöpfung oder Muskelschwäche
  3. erschöpfter Speicher: schwere Symptome wie Blutarmut (Anämie), Demenz oder Lähmungen

Auge, Muskel, Nerv: Neurologische Symptome eines Vitamin B12-Mangels


Das Vitamin B12 ist essenziell für das Nervensystem. Ein Mangel führt unter anderem zu einer Zerstörung der sogenannten Myelinscheiden. Dabei handelt es sich um eine spezielle Schicht aus Fett und Eiweiß, welche die Nervenfasern umgibt. Diese Myelinscheiden benötigen wir für die schnelle Weiterleitung von Reizen. Fehlt dem Körper B12, kann die Myelinschicht nicht mehr in ausreichendem Maß gebildet werden und es kommt zu einer fehlerhaften Weiterleitung der Reize. Deswegen wird der Vitamin B12-Mangel unter anderem mit folgenden neurologischen Symptomen in Verbindung gebracht:

  • Taubheit und Kribbeln in den Gliedern
  • Konzentrationsstörungen
  • Nervenschmerzen
  • Störung des Gedächtnisses
  • Gangunsicherheit
  • Muskelschwäche
  • Sehstörungen

Dass sich ein Vitamin B12-Mangel durch Symptome am Auge äußert, ist nicht ungewöhnlich, denn auch der Sehnerv degeneriert — das heißt, er bildet sich zurück. Aus diesem Grund tritt in manchen Fällen — als Symptom eines Vitamin B12-Mangels — ein Verlust der Sehschärfe auf.  

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Hat der Vitamin B12-Mangel etwas mit einer Gewichtszunahme zu tun?


Eine Gewichtszunahme ist für gewöhnlich kein direktes Anzeichen eines Vitamin B12-Mangels. Was aber durchaus sein kann: Die Gewichtszunahme entsteht als Folge einer anderen Erkrankung, wie zum Beispiel der Hashimoto Thyreoiditis. Dabei handelt es sich um eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, bei welcher das Immunsystem Antikörper gegen eigenes Gewebe bildet, wodurch sich die Schilddrüse entzündet. Eine Hashimoto Thyreoiditis geht in manchen Fällen mit einem B12-Mangel einher, der im weiteren Verlauf zu einer sogenannten perniziösen Anämie (Blutarmut) führen kann.2

Was ist die perniziöse Anämie?

Die perniziöse Anämie ist eine spezielle Form der Blutarmut und zählt zu den schweren Folgen der Vitamin B12-Unterversorgung.

Potenzielle Symptome der Hashimoto Thyreoiditis sind beispielsweise körperliche Beschwerden wie Gewichtszunahme, Müdigkeit und Erschöpfung. Im Umkehrschluss gilt deswegen: Personen, die unter einem Vitamin B12-Mangel leiden, der zusätzlich von weiteren Symptomen wie Gewichtszunahme begleitet wird, sollten gegebenenfalls auch ihre Schilddrüse überprüfen lassen.

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Körperliche Symptome des Vitaminmangels – Blutarmut, Müdigkeit, Erschöpfung & Co.


Da das Vitamin B12 erheblich an der Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beteiligt ist, kann ein Vitamin B12-Mangel zur Blutarmut führen. Die Größe und Anzahl der roten Blutkörperchen verändert sich, was letzten Endes eine perniziöse Anämie (Blutarmut) zur Folge hat.

Obwohl sie eine späte Folge eines unbehandelten Vitamin B12-Mangels sein kann, können bereits im Vorfeld typische Symptome in schwächerer Ausprägung auftreten. Dazu zählen:

  • chronische Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Immunschwäche
  • blasse Gesichtsfarbe und Schleimhäute
  • Durchfall
  • eingerissene Mundwinkel
  • brennende Zunge
  • Erschöpfung

Letztere zählt mitunter zu den Hauptsymptomen eines Vitamin B12-Mangels. Doch wie macht sich eine solche Erschöpfung bemerkbar und was kann dagegen unternommen werden?

B12-Mangel: Woran erkennen Sie einen Erschöpfungszustand?

Erschöpft fühlt sich wohl jeder Mensch ab und zu. Das Gefühl geht allerdings in der Regel wieder vorbei, sobald sich der Betroffene körperlich und geistig erholt. Meist reichen schon ein entspanntes Wochenende und genügend Schlaf aus. Bleibt die Erschöpfung aber trotz dieser ausgiebigen Erholungsphasen über einen längeren Zeitraum bestehen, kann das auf ein ernsthaftes Problem hindeuten.

Mann leidet unter Erschöpfung aufgrund eines B12 Mangels.

Da sich eine Erschöpfung meist auf unterschiedliche Arten äußert, sind die mit ihr einhergehenden Symptome recht breit gefächert. Folgende Beschwerden sind möglich:

  • Verspannungen in Nacken und Rücken
  • Kopfschmerzen
  • Zähneknirschen
  • Zucken des Augenlids
  • Verdauungsbeschwerden
  • Müdigkeit

Treten bei Ihnen mehrere dieser Symptome auf, sollten Sie auf jeden Fall aufmerksam werden und an die Möglichkeit eines B12-Mangels denken.

Doch für anhaltende Erschöpfung muss nicht zwangsläufig ein Vitamin B12-Mangel verantwortlich sein. Folgende weitere Ursachen sind möglich:

  • Andere Erkrankungen: Abseits vom Mangel an Vitamin B12 gibt es eine Reihe von Krankheiten, die von Erschöpfung begleitet werden. Dazu zählen unter anderem Infektionen (etwa Erkältung oder Grippe) sowie chronische Darmerkrankungen (beispielsweise Morbus Crohn).
  • Psychische Probleme: Burnout, Depressionen oder Angststörungen können ebenfalls zu Erschöpfung führen. Nicht jeder Mensch steckt zum Beispiel andauernden Stress in der Arbeit einfach so weg. Bei einigen Betroffenen entstehen dadurch körperliche Beschwerden, die in jedem Fall ernst zu nehmen sind.

Fällt Ihnen auf, dass Sie sich bereits über einen längeren Zeitraum ständig erschöpft fühlen, und lässt sich dieser Zustand nicht auf eine eindeutige Ursache zurückführen, suchen Sie einen Arzt auf.

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So findet der Arzt die Ursache der Erschöpfung heraus

Wenn Sie unter der Erschöpfung sehr zu leiden haben und der Zustand Ihren Alltag stark beeinträchtigt, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt. Der Mediziner hat die Möglichkeit, den Auslöser der Erschöpfung mit einer Reihe von Diagnosemaßnahmen ausfindig zu machen.

Mögliche Methoden zur Diagnose:

  • Anamnese: Der erste Schritt ist meist die systematische Patientenbefragung. Der Arzt möchte von Ihnen wissen, seit wann die Beschwerden bestehen und was Sie bereits dagegen unternommen haben. Außerdem wird er Sie zu Ihrer bisherigen Krankheitsgeschichte befragen. Zudem ist eine Analyse Ihres Lebensstils wichtig, sodass auch Punkte wie Ernährung, Bewegung oder die derzeitige Arbeitssituation angesprochen werden.
  • Blutdruckmessung: Der Arzt führt im nächsten Schritt unter anderem eine Blutdruckmessung durch. Ist der Blutdruck dauerhaft zu niedrig, also unter 105 zu 60 mmHg3 (Millimeter Quecksilbersäule), kann Erschöpfung die Folge sein. Dann spricht man von Hypotonie (chronisch niedriger Blutdruck), welche meist zusätzlich mit Schwindel oder Augenflimmern einhergeht.
  • Blutuntersuchung: Weist Ihr Blut einen erhöhten TSH-Wert (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) auf, ist womöglich eine Schilddrüsenunterfunktion schuld an Ihrer Erschöpfung. Ein Vitamin B12-Mangel dagegen wird unter anderem durch einen niedrigen Holo-Transcobalamin-Wert ausgemacht.

Anschließend sind unterschiedliche Therapiemaßnahmen – wie zum Beispiel eine Ernährungsumstellung – gegen die Erschöpfung möglich. Gegebenenfalls überweist Sie der Hausarzt an einen Spezialisten, wie zum Beispiel einen Internisten oder Psychologen.

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Behandlung: Warum Vitamine gegen Erschöpfung helfen können

Je nachdem, welche Diagnose der Arzt gestellt hat, empfiehlt er Ihnen eine passende Therapie. Manche Ursachen von Erschöpfung können bereits mit kleinen Maßnahmen, wie der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder simplen Änderungen im Alltag, behoben werden.

So lässt sich beispielsweise ein B12-Mangel mit einer Ernährungsumstellung und Vitaminen gegen die Erschöpfung angehen. Spezielle Präparate aus der Apotheke (zum Beispiel als Tabletten oder Tropfen) sorgen dafür, dass Ihr täglicher Vitamin B12-Bedarf wieder in ausreichender Form gedeckt ist. Die Arzneimittel mit Vitaminen kommen meist auch vorbeugend zum Einsatz und können so das Wiederauftreten der Erschöpfung in Zukunft vermeiden.

Wird ein niedriger Blutdruck diagnostiziert, schlägt Ihnen der Arzt womöglich eine Änderung Ihres Lebensstils vor. Ausreichend Sport, eine gesunde Ernährung oder regelmäßige Wechselduschen sind potenzielle Behandlungsansätze. Doch auch bei anderen Krankheiten findet Ihr Arzt eine geeignete Therapie oder verweist Sie gegebenenfalls an einen Experten weiter.

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Jan Zimmermann Egal ob Video, Foto oder Text – Hauptsache die Kreativität kommt nicht zu kurz. Noch während seines Masterstudiums der Medienwissenschaften und der Arbeit als Multimedia Content Creator in München, entwickelte Jan Zimmermann eine Passion für das Schreiben. Seit 2018 lebt er diese als Medizinredakteur bei kanyo® aus. Jan Zimmermann Medizinredakteur und Medienwissenschaftler kanyo® mehr erfahren
Monika Hortig Die ersten Artikel schrieb Monika Hortig in ihrem Kinderzimmer und speicherte sie noch auf Diskette. Dass sie eines Tages Redakteurin werden möchte, wusste sie schon sehr lange. Deswegen zog es sie nach ihrem Studium in die Münchener Verlagswelt. Nach diversen Praktika in Online-Redaktionen absolvierte sie ihr Volontariat bei verschiedenen Lifestyle-Magazinen – unter anderem mit Schwerpunkt Sport und Ernährung. Das steigende Interesse für medizinische Themen führte sie letztendlich zu kanyo®. Als Medizinredakteurin kann sie hier ihre beiden Vorlieben – Online-Journalismus und Gesundheit – vereinen. Monika Hortig Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Quellen anzeigen
  • 1Kisters, Klaus: Vitamin-B12-Mangel. Symptome, Diagnostik und Therapie. https://www.allgemeinarzt-online.de/archiv/a/symptome-diagnostik-und-therapie-1640196 - Stand 16.03.2020
  • 2Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie: Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis). https://www.endokrinologie.net/krankheiten-schilddruese-hashimoto.php - Stand 24.03.2020
  • 3Menche, Nicole: Pflege Heute. Lehrbuch für Pflegeberufe. München: Elsevier 2014. S. 362.