So stehen Calcium und Vitamin B12 miteinander in Verbindung

12. November 2019
5 Min.

Jeder Mensch benötigt Calcium und Vitamin B12 für seine Gesundheit. Dabei ist es interessant zu wissen, dass die beiden Substanzen auch in Kombination miteinander im Organismus ihre Wirkung entfalten. Doch was genau kann Calcium? Und was Vitamin B12? Hier erfahren Sie es.

Verschiedene Milchprodukte, die Calcium enthalten.

Darum benötigt Ihr Körper Calcium und Vitamin B12

Sowohl Calcium als auch Vitamin B12 sind von enormer Bedeutung für Ihren Organismus. Dabei ist Calcium der am stärksten vertretenste Mineralstoff Ihres Körpers. Bei Mineralstoffen handelt es sich um Nährstoffe wie Vitamine, Fette, Eiweiße oder Kohlenhydrate, die Sie mit der Nahrung aufnehmen.


Aha!

Kaum zu glauben, aber wahr: Ihr Organismus enthält etwa ein Kilogramm Calcium. Davon sind mehr als 99 Prozent des Mineralstoffs in Ihren Knochen und Zähnen gespeichert. Das übrige Prozent befindet sich in Körperflüssigkeiten wie dem Blut.1


Entgegen der weitläufigen Meinung sind Knochen nichts Konstantes. Sie unterliegen einem ständigen Ab- und Aufbauprozess. Für den Knochenstoffwechsel ist Calcium von großer Wichtigkeit. Denn der Mineralstoff schenkt den aufgebauten Knochen ihre Festigkeit. Auch spielt Calcium bei der Blutgerinnung und als Botenstoff (überträgt Signale von einer Körperstelle zur anderen) eine Rolle. Darüber hinaus erfolgt durch Calcium die Signalübertragung an den (Gehirn-)Nerven besser. Der Mineralstoff beeinflusst daher die Leistung Ihres Gehirns.

Doch nicht nur auf Calcium – auch auf Vitamin B12 kommt es an. Im Gegensatz zu Calcium ist B12 kein Mineralstoff, sondern ein wasserlösliches Vitamin. Das heißt eine Enzymvorstufe, die Ihr Körper – ohne Fettsäuren-Beteiligung – über die Dünndarmwand in seine Blutbahn aufnehmen kann. Enzyme sind zum größten Teil Proteine (Eiweiße), welche der Organismus für Stoffwechsel- und Verdauungsprozesse braucht. Etwas konkreter benötigen Sie Vitamin B12 zum Beispiel für

  • die Zellerneuerung,
  • die Blutbildung,
  • den Eiweiß- und Fettstoffwechsel oder
  • Nervensystemabläufe.

Der Köper kann Vitamin B12 nicht selbst produzieren. Folglich muss der Bedarf über Lebensmittel wie Milch oder Eier beziehungsweise Nahrungsergänzungsmittel gedeckt werden.

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Der besondere Bezug von Calcium zu Vitamin B12

Calcium ist für B12 von großer Bedeutung. Denn die aktive Vitamin B12-Aufnahme durch den Intrinsic Factor könnte ohne Calcium nicht erfolgen. Mit anderen Worten handelt es sich beim Weitertransport von Vitamin B12 – vom Darm über die Dünndarmwand ins Blut – meist um einen Calcium abhängigen Ablauf.

Im Magen ist Vitamin B12 an Eiweiße gebunden. Um diese Verbindung zu lösen, benötigt der Körper unter anderem Salzsäure und Pepsin – ein bestimmtes Verdauungsenzym. Erst, wenn dies geschehen ist, kann sich der Intrinsic Factor – ein spezielles Eiweiß (Protein) – an das Vitamin B12 koppeln und es sicher bis hin zur Dünndarmwand begleiten.

Sobald die beiden Verbündeten, Intrinsic Factor und B12, vor der Dünndarmwand stehen, kommt Calcium ins Spiel. Denn Calcium leitet für das Vitamin B12 die sogenannte Endozytose ein. Durch diesen Prozess wird B12 in die Dünndarmwand aufgenommen. Von dort aus gelangt das Vitamin dann in die Blutbahn.

Die Konsequenz: Wenn sich zu wenig Calcium im Organismus befindet, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vitamin B12-Mangel, der sich mitunter durch Symptome wie Abgeschlagenheit, blasse Haut, Müdigkeit oder verminderte Konzentrationsfähigkeit äußert.

Diese Lebensmittel beinhalten Calcium und Vitamin B12

Es ist von Vorteil, wenn Sie regelmäßig Ihren Tagesbedarf an Calcium und Vitamin B12 decken. Dabei liegt die benötigte Zufuhrmenge an Calcium bei einer erwachsenen Person bei 1.000 Milligramm täglich.2 Zu den Lebensmitteln, die Calcium enthalten, gehören beispielsweise (die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf Milligramm Calcium pro 100 Gramm des aufgelisteten Nahrungsmittels):

  • Büffelmozzarella: 403 Milligramm
  • Milch: 120 Milligramm
  • Mandeln: 252 Milligramm
  • Grünkohl: 230 Milligramm
  • Brokkoli: 113 Milligramm
  • Orangen: 42 Milligramm3

Die benötigte Menge an Vitamin B12 liegt dagegen bei 4,0 Mikrogramm pro Tag.4 Doch in welchen Nahrungsmitteln ist das Vitamin B12-Vorkommen besonders hoch? Unter anderem befindet sich der Nährstoff in diesen Lebensmitteln (B12-Gehalt in 100 Gramm des aufgelisteten Produktes):

  • Rindfleisch: 5,5 Mikrogramm
  • Hühnerei: 1,5 Mikrogramm
  • Milch: 0,4 Mikrogramm5
Wenn Sie zu den Menschen zählen, die auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, brauchen Sie in der Regel keine Angst vor einem Calcium- oder Vitamin B12-Mangel zu haben. Für Veganer oder Vegetarier ist es jedoch ratsam, regelmäßig, beispielsweise durch eine Blutabnahme beim Arzt, den Vitamin B12-Speicher zu kontrollieren. Denn der Nährstoff befindet sich überwiegend in tierischen Produkten.
Regina Lopes Bombinho Brandt
Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
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